Wusstest du schon, dass der Schützenverein zu den ältesten Vereinen in Gommern zählt …

Im Jahre 1709 erbaten die Scheibenschützen vom sächsischen Kurfürsten ein jährliches „Gnadengeld“, um die „Bürgerschaft zum Gebrauche des Gewehres tüchtig zu machen vermittelst des Scheibenschießens dazu anzuführen“. Die Schützengesellschaft hatte um 1745 etwa 180 Mitglieder. Die Offiziere wurden von den Mitgliedern gewählt. Das Scheibenschießen stand im Vordergrund.

Während der Regierungszeit von König Jerome von Westphalen (1807-1813), die von den meisten Bürgern als französische Fremdherrschaft abgelehnt wurde, stellte die Schützengesellschaft ihre Tätigkeit weitgehend ein. Erst nach dem Sieg über Napoleon im Jahr 1814 und aus Freude über das Ende des Krieges am 3. August 1814, dem Geburtstag des preußischen Königs Friedrich Wilhelm III., fand wieder ein Bürgerfest mit Schützenaufzug statt.

Die königlich preußische Regierung in Magdeburg genehmigte der Schützengesellschaft im Jahre 1821 den Bau eines Schützenhauses in den Fuchsbergen mit Schankwirtschaft. Für den Kugelfang des Schießstandes im Schützengarten wurde die Erlaubnis 1828 erteilt. Die alljährlich stattfindenden Schützenfeste waren stets ein großes Volksfest, auf dem es äußerst „fidel“ zuging. „Trink- und Essbuden hatten sich in der Nähe des Schützenhauses platziert und fanden reichlich Zuspruch“.

Im Jahre 1927 begann der Bau einer neuen Schießstätte nördlich von Gommern am ehemaligen Waldschlösschen. Der Schießstand wurde am 18./19. August 1928 feierlich eingeweiht.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges 1945 wurden die Schützenvereine durch die Alliierten verboten. Das Vermögen wurde konfisziert, privater Waffenbesitz war nicht erlaubt. In der DDR wurde der Schießsport von der Gesellschaft für Sport und Technik (GST) organisiert. Am 12. Juni 1991 wurde der Schützenverein 1709 e.V. neu gegründet. Von ursprünglich 15 Gründungsmitgliedern stieg die Anzahl der Schützen in den Folgejahren schnell auf ca. 50 an.1

1 laut Homepage des Schützenvereins