Wusstest du schon, dass die ehemalige Zuckerfabrik in Gommern zu den Modernsten ihrer Zeit gehörte …

Am 20. Oktober 1889 erfolgte die Grundsteinlegung für den Bau einer Zuckerfabrik. Die Gommeraner Zuckerfabrik wurde 1897 in eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung umgewandelt. Dank der Fähigkeit und des Könnens der Geschäftsführung stieg die Zuckerproduktion stetig. Aus heutiger Sicht wäre dieses aber nicht erreichbar gewesen, hätte es nicht die zahlreichen Arbeiter gegeben. Sie arbeiteten unter schwierigen Bedingungen, es gab Unfälle teils mit tödlichem Ausgang.

Investitionen in moderne Anlagen ließen eine Leistungssteigerung zu. So wurden im Jahre 1903/1904 täglich 16.000 Zentner (800 Tonnen) Zuckerrüben verarbeitet. Dabei war der Bau der Kleinbahn Loburg-Leitzkau-Gommern und deren Nutzung zum Rübentransport nicht unerheblich an der Steigerung der Verarbeitungsmengen beteiligt. Die Ausbeute des Zuckers richtete sich nach dem Zuckergehalt in den Rüben. Dieser wurde durch spezielle Maßnahmen der Bauern stets gesteigert.

Blick auf den Fabrikhof und die Fabrik aus Richtung des Rübenlagers mit Schienenanschluss Quelle: Dokumentation von Dipl.-Ing. Eberhard Lippmann zur Zuckerfabrik Gommern

Bei der weiteren Modernisierung der Anlagen wurde das Augenmerk auch auf Platz, Licht und Luft, die Einrichtung von menschenwürdigen Arbeitsplätzen, sanitären Anlagen und mustergültigen Abluft- und Feuerschutzanlagen gerichtet.

Nach Ende des II. Weltkrieges wurde die Zuckerfabrik auf Anordnung der Sowjetischen Militäradministration (SMAD), die bis zur Gründung der DDR die Staatshoheit über die sowjetisch besetzten Gebiete hatte, demontiert und als Wiedergutmachung (kurz Reparation) in die Sowjetunion gebracht. Ob und wo diese wieder aufgebaut wurde, wird nach so langer Zeit nicht mehr zu ermitteln sein.

Die Zuckerfabrik Gommern hörte damit auf zu existieren.