17 Vereinsmitglieder und 7 Gäste trafen sich am Samstag (29.08.2026) um 09.45 Uhr vor dem Kunsthof Schönebeck. Die Sonne schien, nur der Wind war etwas ruppig.mFrau Reinhold vom Kunsthof Schönebeck nahm uns Punkt 10.00 Uhr in Empfang. Sie war für die folgenden zwei Stunden für uns da und führte uns in die „Unterwelt“. Sie erläuterte die Geschichte des Salzes und der Salzgewinnung in verständlicher Weise. Zum Kunsthof Schönebeck als museales Projekt gehören vier Gebäude und zwar: das Gradierwerk, der Soleturm, das Schausiedehaus sowie eine kleine Ausstellungsfläche im Roten Haus.

Die Geschichte Schönebecks ist eng mit dem Salz verbunden. Schon früh entdeckte man die salzhaltigen Quellen der Region und nutzte die Sole zur Gewinnung des kostbaren Minerals. Salz war über Jahrhunderte ein wichtiger Handelsartikel und wurde auch als „weißes Gold“ bezeichnet. In Schönebeck begann die industrielle Salzgewinnung im 18. Jahrhundert. Die natürliche Sole wurde aus Brunnen gefördert und anschließend in der Saline verarbeitet. Das Salzsieden war damals ein aufwendiges Handwerk.
Aber wie wurde Salz eigentlich gesiedet?
Die aus dem Untergrund geförderte Sole enthielt neben Wasser eine große Menge gelöster Salze. Zunächst musste der Salzgehalt erhöht werden. Dazu leitete man die Sole über sogenannte Gradierwerke. Dort rieselte sie über Reisigwände, während Wind und Luft einen Teil des Wassers verdunsten ließen. Dadurch wurde die Sole immer konzentrierter. Anschließend gelangte die Sole in die Siedehäuser. In großen eisernen Pfannen wurde sie erhitzt. Das Wasser verdampfte, und nach und nach kristallisierte das Salz aus. Die Salzsieder mussten die Pfannen ständig beobachten, das Salz mit langen Werkzeugen herausarbeiten und anschließend trocknen und lagern. Interessant war, dass durch einen Zufall entdeckt wurde, dass Schwarzbier das Salz in der Pfanne fester werden ließ. Welcher Prozess sich genau dahinter verbirgt, konnten auch Fachleute nicht eindeutig benennen, so berichtete Frau Reinhold.
Die Arbeit in der heißen Umgebung war schwer und körperlich anstrengend. Der Beruf des Salzsieders gehörte zu den wichtigen Gewerken der Saline. Heute werden noch kleine Mengen naturreines Pfannensiedesalz produziert und im Souvenier-Shop in unterschiedlichen Verpackungen angeboten.

Für die Geschichte von Bad Salzelmen ist Dr. Wilhelm Tolberg eine ganz zentrale Persönlichkeit. Er erkannte um 1800, dass in dieser Sole noch ein anderer Schatz steckte: ihre Heilkraft. Aus der Solequelle, die zuvor der Salzgewinnung diente, wurde damit die Grundlage für ein Heilbad. 1802 begann in Salzelmen die Geschichte des ältesten Soleheilbades Deutschlands. Frau Reinhold berichtete sehr interessante Dinge. Wir mussten auch gut zu hören, denn am Schluss sollte das „Salzsiedediplom“ abgelegt werden. Frau Reinhold stellte uns zugegeben leichte und auch recht schwierige Fragen. Aber mit derPower der ganzen Gruppe haben wir das „Siedediplom“ geschafft. Es war sehr interessant und wenn wir mit einer Prise Salz unser Essen würzen, haben wir jetzt eine ganz andere Beziehung zum „SALZ“.


Danach stärkten wir uns in der gegenüber liegenden Gaststätte „Salzerei“. Über die gewonnen Eindrücke wurde noch rege diskutiert, bevor wir uns auf den Rückweg nach Gommern machten. Alle waren sich einig: Ein sehr gelungener Vereinsausflug mit vielen neugewonnenen Aspekten.
Text: Karin Gust, Fotos: Jutta Bay
