Aktuelles

Wenn eine Idee geboren ist

Wie der Heimatverein Gommern zielstrebig sein Beleuchtungskonzept erneuerte. Ein Rückblick der Vereinsvorsitzenden Karin Gust.

Als im Januar 2020 der MDR im Heimatverein einen Beitrag über die Ausstellung „Poesiealben der Gommeraner im Wandel der Zeit“ produzierte, wurde vom Lichttechniker die mangelhafte Beleuchtung etwas kritisiert. Der Gedanke daran etwas zu ändern, ließ mich nicht mehr los. Ich hatte dies auch bei der Vorstandssitzung angesprochen. Man war sich schnell einig, dies ändern zu wollen. Aber das Geld in unserer Vereinskasse gab eine Erweiterung der Beleuchtungsanlage nicht her. Im April 2020 wurde aufgrund der Corona-Pandemie für die Kulturbranche vom Landesheimatbund/MikroKulturFonds ein Förderprogramm aufgelegt und ich habe ich mich mit dem Beleuchtungsprojekt beworben. Leider war der bereitgestellte Fonds bald sehr stark überzeichnet, sodass unser Antrag keinen Zuschlag bekam. Der damalige angefertigte Kostenvoranschlag belief sich auf 3.300,– Euro. Viel Geld für so einen kleinen Verein.

Im Laufe der Zeit reifte die Idee, das Geld über Sponsoren zu generieren. Im Vorstand wurde beschlossen diejenigen, die uns bereits bei anderen Projekten und beim Hoffest unterstützt haben, anzuschreiben. Die Resonanz war überwältigend, wir hatten mit soviel Zuspruch gar nicht gerechnet. Trotz Corona ließen sie es sich nicht nehmen, uns den Spendencheck persönlich zu überreichen. Die Sparkasse Jerichower Land steuerte 800 Euro bei, die Avacon AG 750 Euro sowie die ÖSA-Versicherung und die Volksbank Jerichower Land je 500 Euro.

Als die Gelder auf dem Konto waren, wurde der Auftrag an den Elektro-Betrieb Starzynski erteilt. Die Bestellung der Beleuchtung, einmal ein Schienen- und zum anderen ein Seilzugsystem wurde in Absprache mit dem Elektriker durch den Heimatverein vorgenommen. Diese Eigeninitiative hat sich in finanzieller Hinsicht ausgezahlt. Zudem ist das Schienensystem bei Bedarf erweiterbar.

Die neu installierten Beleuchtungsschienen im Raum der Sonderausstellungen.
Die neu installierten Beleuchtungsschienen im Raum der Sonderausstellungen.

Die Montage in dem Raum, der den Sonderausstellungen vorbehalten ist, war vergleichsweise schwierig. Die Decke ist in unregelmäßigen Abständen mit Metallträgern versehen, sodass vor jeder Bohrung ein Messgerät zum Einsatz kam. Außerdem musste für das Schienensystem eine gesonderte Zuleitung mit separaten Lichtschalter verlegt werden.

Die Beleuchtung der Vitrinen im ersten Raum stellte kein Problem dar, da sich eine Steckdose unmittelbar neben den Vitrinen befindet. Beim genaueren Kontrollieren der Vitrinen wurde festgestellt, dass eine Beleuchtung vorgesehen war, die der Elektriker prüfte. Unter den Vitrinen war eine Verteilerdose, die der Elektriker mit einem Stromkabel mit Zwischenschalter versah.

Die Vitrinenbeleuchtung wurde geprüft und instandgesetzt.
Die Vitrinenbeleuchtung wurde geprüft und instandgesetzt.

Das Seilzugsystem im Raum 4 erstreckt sich von Wand zu Wand und beleuchtet die darunter befindliche Vitrine auf der einen Seite und die Ausstellung zum Thema: „Gommeraner Persönlichkeiten nach denen Straßen, Plätze und Einrichtungen benannt sind“ auf der anderen Seite.

Modern und optisch ansprechend: Die variable Beleuchtung mittels Seilsystem.
Modern und optisch ansprechend: Die variable Beleuchtung mittels Seilsystem.

Die Erneuerung und Erweiterung der Beleuchtungsanlagen in unseren Räumen war kein kleines Projekt für einen Verein mit 51 Mitgliedern. Es wurde nur durch das Engagement unserer Sponsoren möglich. Ich möchte mich an dieser Stelle noch einmal sehr herzlich bei Herrn Birkholz von der Avacon AG und Herrn Nehring von der ÖSA-Versicherung bedanken. Ebenso geht mein Dank an die Verantwortlichen für die Öffentlichkeitsarbeit der Sparkasse Jerichower Land und Volksbank Jerichower Land. Mit dem Abschluss der Arbeiten wird es künftig möglich sein, insbesondere im Winterhalbjahr die Exponate und Informationen in den Vitrinen gut ausgeleuchtet zu präsentieren.

Vereinsleben

Erste Radtour 2020

Die Mitglieder des Heimatverein Gommern e.V. trafen sich am 20.09.2020 zur Radtour „Freilichtmuseum der Kleinbahnen“. Treffpunkt war der Bahnhofsvorplatz an der Kleinbahn-Lok 994301.

Erste Radtour des Heimatvereins Gommern am 20.92020 (Foto T. Schäfer).
Erste Radtour des Heimatvereins Gommern am 20.92020 (Foto T. Schäfer).

Anschließend ging es weiter nach Dannigkow auf dem Weg, den die Kleinbahn einst nahm und der heute ein Radweg ist. Am Haltepunkt Dannigkow befindet sich eine Schautafel und ein Waggon. Dort gab es von Herrn Flögel einige interessante Erläuterungen. Am ehemaligen Plattenwerk am Plattensee, wo einst die Sandbahn das Werk mit Sand belieferte, gab es den nächsten Halt. Durch das Naherholungsgebiet, vorbei am Tiefensee, ging es weiter nach Pretzien zum Betriebsbahnhof mit Kraftwerk. Dort erklärte uns Herr Frithjof Meussling die Historie des Gebäudes. Danach führte der Weg durch den Wald, vorbei am Kolumbussee, Königssee und Heinrichstaler See zum Gesteinsgarten, wo die Radtour endete. Herr Flögel und Herr Stach fanden jederzeit zu den Fragen der Teilnehmer erklärende Worte.

Titelseite Broschüre "Die Gommern-Pretziener Eisenbahn"
Titelseite Broschüre „Die Gommern-Pretziener Eisenbahn“

Die Broschüre „Die Gommern-Pretziener Eisenbahn“ von Jürgen Krebs aus Barby informiert detailliert über die im Volksmund bekannte „Sandbahn“. Auf 80 Seiten mit 140 Abbildungen wird die Geschichte dieses technischen Denkmals nachgezeichnet. Das Heft kann zum Preis von 12,50 Euro (Vereinsmitglieder 10 Euro) im Heimatverein erworben werden.